Ur-Teilen

Genesis 1

1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2 Und die Erde war wüst und öde, und Finsternis lag auf der Urflut, und der Geist Gottes bewegte sich über dem Wasser.
3 Da sprach Gott: Es werde Licht! Und es wurde Licht.
4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott schied das Licht von der Finsternis.
5 Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag

Das Schöpfungsgeschehen am ersten Schöpfungstag besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen: Gott schafft souverän Licht und trennt zwischen Licht und Dunkelheit.

Schöpfung besteht also nicht nur aus neu Schaffen, sondern auch aus Trennen und Aufteilen der Welt zwischen den Elementen. Ordnung entsteht, indem nach dem göttlichen Ur-Teil Grenzen gesetzt werden. Dunkelheit und Licht wären je zerstörerisch, würden sie nicht begrenzt werden und keins von beiden bietet absolut gesetzt eine Grundlage für Leben. Als getrennte Elemente ergänzen sich Dunkelheit und Licht zu einem Ganzen: Die Finsternis bekommt den Namen Nacht und das Licht den Namen Tag und beide zusammen sind wiederum ein vollständiger Tag, also ein Ganzes. Auch die Aufteilung ist nicht absolut. Es gibt Übergänge und die Möglichkeiten der Durchmischung: Die Dämmerung gestaltet den Übergang zwischen den Tag und Nacht. In der Dunkelheit brennt ein Licht hell und im grellen Tageslicht kann ein dunkler kühler Raum zu einem erholsamen Rückzugsort werden.

Das Ur-Teilen schafft erst einen Lebensraum, wenn sich zum Trennen das gegenseitige Ergänzen, Umtanzen, Ineinander und Miteinander gesellen. Dieses Modell wird auch alle weiteren Schöpfungstage prägen.

Ein Kommentar

  1. Lipp · Oktober 19

    Ur-Teilen
    zu „Dunkelheit und Licht wären je zerstörerisch, würden sie nicht begrenzt werden und keins von beiden bietet absolut gesetzt eine Grundlage für Leben. Als getrennte Elemente ergänzen sich Dunkelheit und Licht zu einem Ganzen“.
    Besonders haben mich diese Worte und das mit den Übergängen beglückt. Seit vielen Jahren gibt mir das Symbol von Yin und Yang Trost und Ermunterung. Beide Qualitäten dürfen sein und geben ein Ganzes. Und jetzt erfahre ich das 1. x, dass das auch in der Bibel so steht und sogar am Anfang. Wie sehr freue ich mich an grundsätzlichen Übereinstimmungen zwischen den Religionen. Ganz herzlich danke ich für diesen Beitrag und freue ich auf die nächsten.

    Gefällt 2 Personen

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