Gott wird Mensch

Weihnachten ist schon lange her. Der Alltag hat uns wieder.

Doch die Botschaft bleibt für jeden Tag relevant, denn «nach Weihnachten» ist zugleich «vor Weihnachten» und am Sonntag dürfen Ostern und Weihnachten auch einmal zusammenfallen!

«Heute geht aus seiner Kammer/

Gottes Held,/

der die Welt/

reisst aus allem Jammer./

Gott wird Mensch: /

dir, Mensch, zugute, /

Gottes Kind, /

das verbindt /

sich mit unserm Blute.» RG 401, 2

Zwei Gedanken faszinieren in dieser kurzen Liedstrophe besonders:

  1. Gott wird Mensch – mit allen Konsequenzen; ohne Hintertür und «Plan B». Gott erlebt die Höhen und Tiefen des Menschseins nicht nur im Mitgefühl mit, sondern am eigenen Leib, mit Haut und Haar. Ist letzten Endes dieser Gedanke nicht zu gross um gedacht werden zu können und nur in der Mystik erfahrbar?
  2. Gott verbindet sich den Menschen in einem Akt der Blutsvergeschwisterung «mit unserem Blut»: diese Wahlverwandtschaft wirkt sich auf die Art und Qualität der Beziehung aus: «Blut ist dicker als Wasser» sagt man: und Gott verpflichtet sich zur Blutsfreundschaft. Andererseits: ist diese Form der Vergeschwisterung nicht der Beginn einer entsexualisierten Gesellschaft, in der Sexualität als Inzest tabuisiert wird?

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