Offenes Grab – verschlossene Türen

Die offene Tür und der Weg nach unten

(Bild: Herkunft unbekannt)

Die Tür zu dem Haus, in dem Jesus sich befindet, steht offen. Der schattige und dunkle Wohnraum füllt sich bis kein Durchkommen mehr ist. Wer sich von Jesus Hilfe erhofft, muss kreativ werden. Vier Freunde bugsieren ihren gelähmten Freund auf das Dach, reissen dieses auf und lassen ihn hinunter direkt vor Jesus.

Auf dem Hintergrund biblischer Texte gelesen, ist dieses Hinunterlassen nicht so harmlos, wie es auf den ersten Blick scheint. Alttestamentliche Beterinnen und Beter der Psalmen haben Angst, dass sie in die Grube und damit in den Tod hinabgeworfen werden. Die Abwärtsbewegung vom Dach in die Dunkelheit des Hauses ist die Gleiche wie bei einer Grablegung, doch der Gelähmte landet mitten im Leben. Es ist eine Paradoxie, die das Christentum immer wieder mit Erzählungen, poetischen Texten und theologischen Aussagen durchspielt: Der Weg zum Leben führt auch durch die Tiefen der Dunkelheit, auch dort ist die heilende Gegenwart Gottes in Jesus Christus – wie übrigens auch auf dem Dach in der Sonne und in den kreativen Ideen der Freunde.

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