Essen

Einsetzungsworte

1Kor 1123Ich habe nämlich vom Herrn empfangen, was ich auch an euch weitergegeben habe: Der Herr, Jesus, nahm in der Nacht, da er ausgeliefert wurde, Brot, 24dankte, brach es und sprach: Dies ist mein Leib für euch. Das tut zu meinem Gedächtnis. 25Ebenso nahm er nach dem Essen den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.

  • «Jesus nahm Brot» Jeden Tag seines Lebens hat Jesus wohl das Brot genommen, dafür gedankt, es geteilt und weitergegeben. Viele Menschen haben das miterlebt als Gäste Gottes. In dieser Hinsicht ist an dem sogenannt «letzten Mahl» nichts Aussergewöhnliches.
  • «Dies ist mein Leib für euch.» Das Wort erinnert an das Bild vom einen Leib mit den vielen Gliedern (Röm 12,4f; 1Kor 12,12-27) oder an das Brot-Wort (Joh 6,35.50). Beides sind vitale Lebensbilder der Gemeinschaft und Verbundenheit, sind Ausdruck der unauflöslichen Zusammengehörigkeit. Beim Wort genommen steht nichts von einem Selbstopfer da. Einzig das Lukas-Evangelium (Lk 22,19) deutet diese Worte ergänzend mit «der für Euch gegeben wird» – doch nur die davon abgeleitete Deutung als Opfer hat sich tief in das Bewusstsein der Kirchen eingegraben.
  • «Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut.» Gott schliesst einen um den anderen Bund mit seinen Menschen und erneuert mit jedem neuen Bund alle vorherigen. Ein Bund ist ein Vertrag auf Augenhöhe, auch wenn die christliche Theologie jeweils gern ein Gefälle zwischen den Bundespartners behauptet. Mit seinen Worten erinnert Jesus jedoch an den Bundesschluss am Sinai: «Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat, mit all diesen Worten» (Ex 24,8) und natürlich an die Nacht des Auszugs aus Ägypten (Ex 12): Blut ist Lebenssymbol und wird zum Zeichen der Verbundenheit mit Gott, mit dem Leben bewahrt wird. So passt die Assoziation von Blutsverwandtschaft oder Blutbrüderschaft besser zu den Einsetzungsworten als ein Opfergedanke.

Das tut zu meinem Gedächtnis.“ Wie vergegenwärtigen sich Christ*innen die lebendige Präsenz von Jesus besser als im gemeinsamen Mahl? Brot und Becher zu teilen, ist ein Symbol der Zugehörigkeit zu Christus und damit auch untereinander. Dieses Gedächtnis sollte ein Freudenfest sein und keine leidende Trauerveranstaltung. Es gilt, das Gedächtnis an den Lebendigen aufrecht zu erhalten, durch Tod und Auferstehung hindurch!

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