Leiblichkeit

Auf eigene Füsse gestellt

Mt 28 10Da sagt Jesus zu ihnen [den Frauen am Grab]: Fürchtet euch nicht!
Geht und sagt meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen, dort werden sie mich sehen.

„Geht!“

Der auferstandene Jesus fordert die Frauen auf, sich auf den Weg zu machen. Sie sollen zum Jünger*innen-Kreis gehen und diese ebenfalls zum Gehen animieren. Sie sollen «auf eigenen Füssen stehen» und andere ebenfalls dazu einladen.

Ein Guru würde seinen Kreis möglichst eng an sich binden, Jesus gibt die Menschen frei und ermächtigt sie dadurch, erwachsen werden zu können und die Verantwortung für ihr Leben selbst zu übernehmen. Doch gerade in dieser Freiheit liegt eine Verbundenheit, die weit über das Körperliche hinausweist und dadurch eine spirituelle Dimension bekommt: jede und jeder geht aufgerichtet, selbstbewusst und mit Gott verbunden durch das eigene Leben und durch diese Welt. Darum ist es so wichtig, in Gang zu kommen, das eigene Leben unter die Füsse zu nehmen und sich dadurch mit der ganzen Schöpfung verbinden zu können. In der Zeit seines öffentlichen Auftretens war Jesus wohl nicht zufällig als Wanderprediger, also zu Fuss unterwegs. Und sein engster Kreis begleitete ihn.

Nun sollen sie nicht erstarren, nicht stehen bleiben, sondern weiter gehen, und wenn es der Weg zurück nach Galiläa ist: «Geht!» – «Sie sollen gehen.» Dieses Gehen hat einen Zweck: er dient – wie in Jesu Wanderjahren – der Verkündigung, die auf Erfahrung beruht. Auch das gehört zum Erwachsenwerden dazu, dass man weiss, wohin und wozu man geht. In Galiläa will Jesus die Jünger*innen treffen, sie mit der Erfahrung der Auferstehung ausstatten, damit sie seine Verkündigung weiterführen. So gibt er den Stab der Verkündigung an seinen engsten Kreis weiter.

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